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13. 05. 2007 Teil 3

15:30

ich kann nicht mehr! ich bin am ende. ich kann einfach nicht weiter...

als ich am gipfel ankam, taten sich vor mir zwei wege auf... einen steilen, kurzen und einen weniger steilen, längeren. ich wollte einfach so schnell wie möglich ankommen. und nachdem man von hier oben roncesvalles, mein heutiges ziel, bereits sehen kann, denk ich: los... nimm den kürzeren. auch, wenns steil wird - das schaffst du schon! dunkel erinnere ich mich daran, dass zu dieser entscheidung etwas im reiseführer steht. aber den hat maike... also ging ich einfach los... hauptsache schnell ankommen...

das war ein riesengroßer fehler... und langsam glaube ich, mich an den tip des reiseführers zu erinnern. verdammte sch*** ... das ist härter, als jeder aufstieg... nach 10 minuten schmerzte mein rechtes knie so sehr, dass ich versucht habe, auf einem bein zu hüpfen - was natürlich die absolut bescheuertste idee war, die man sich in so einer situation vorstellen kann. ging nicht! und so quäle ich mich nun schritt für schritt richtung unten.  obwohl es durch einen wald führt und der waldboden noch etwas dämpft - es geht einfach nicht mehr...

ich liege hier in einem laubhaufen am wegesrand und weine... ich weine bestimmt schon seit 15 minuten. so lange ich hier liege, schmerzt mein knie nicht und auch in meinen füßen lässt der schmerz langsam nach.

wer hat sich eigentlich diesen dämlichen weg ausgedacht? und wieso ist vor diesem steilen abstieg kein warnzeichen? oder besser noch: wieso ist er nicht gesperrt? und vor allem: wieso laufen die wenigen pilger, die wie ich diese variante gewählt haben, so locker an mir vorbei? haben die federn in ihren kniegelenken???

verdammt, wieso tue ich mir das an? wie kam ich auf diese sch***-idee, den jakobsweg zu laufen? wieso tue ich mir das an, die pyrenäen zu fuß zu überqueren?

ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr... ich will nach hause... ich will nur noch heulen... mittlerweile habe ich das gefühl, die einzige auf dem weg zu sein. wahrscheinlich sind schon alle in roncesvalles angekommen und erwarten mich mit einem mitleidigen oder hämisch grinsenden gesicht dort vor der herberge. aber andersrum bin ich froh, dass ich nun alleine bin und meinen gefühlen freien lauf lassen kann. so kann ich wenigstens hemmunglos wütend und wehleidig sein.

ich bin mir sicher: dies ist die größte herausforderung meines lebens!!! und irgendwie muss ich da jetzt durch. ich hab mir die suppe selbst eingebrockt, also löffel ich sie auch wieder aus!

ich würde jetzt so gerne rauchen... aber ich habe meine letzte heute morgen vor unseres starts geraucht. hoffentlich gibt es heute abend die möglichkeit, welche zu kaufen...

2.6.07 00:00
 


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