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13. 05. 2007 - Teil 4

17:30 Uhr

ich bin angekommen! vor einer halben stunde! um 17 uhr habe ich roncesvalles erreicht. vor dem pilgerbüro habe ich susan getroffen, die schon mit uns in huntto im zimmer geschlafen hat. sie sagte mir, dass maike mir ein bett in der herberge reserviert hat. also schleppte ich mich von dort in richtung herberge. es sind höchstens 70 meter bis dorthin, denn roncesvalles besteht ohnehin nur aus einer straße, einem restaurant/hotel, dem kloster und der herberge. ob sich das "ort" nennen darf, weiß ich nicht so recht... jedenfalls ziehen sich diese 70 meter unnötig in die länge. jeder schritt schmerzt, ich spüre meine füße kaum noch. ein blick nach unten verrät mir allerdings, dass zumindest die schuhe noch dort sind und nachdem sie noch nicht abfallen, müssen meine füße zumindest noch da sein..

und nun sitze ich auf der mauer vor der herberge und will nie wieder aufstehen. maike ist gerade nicht da, auch nicht in der herberge und ohne meinen pilgerausweis, den maike hat, darf ich nicht rein. das ist ne frechheit. nur 5 meter trennen mich womöglich von meinem bett... und ich sitze hier und würde mich sooo gerne hinlegen...

die herberge hat keine fenster. von außen sieht es aus wie ein bunker... wie ein gebäude, das man in einem anderen zusammenhang kennt... ich meine mich daran erinnern zu können, dass im reiseführer etwas von 104 plätzen steht... na prima - alle in einer großen halle. aber auch das ist mir jetzt egal!

ich habe das gefühl, dort auf die mauer einfach so "hingesetzt" worden zu sein. wenn ich so nach unten schaue, habe ich das gefühl, eine gedächtnislücke zu haben. wie bin ich hier hochgekommen?

ich sehe, dass noch immer pilger hier ankommen. ich war also doch nicht die letzte. vielleicht sollte man sich nicht immer an den besten orientieren... die sind sicher alle schon gestern abend losgelaufen, versuche ich mir einzureden...

maike kommt! nun werde ich erstmal mein quartier beziehen und vor allem meine schuhe ausziehen...

18:30 Uhr

ich liege hier in der klosterherberge, dessen gebäude sicherlich einmal als stall gedient hat, auf dem bett und will mich nie wieder erheben. hier stehen tatsächlich 52 stockbetten dicht gedrängt aneinander. aber egal, ich habe ein bett! und ich kann erneut unten schlafen...

ich habe mir 3 blasen eingeheimst und auch sonst sehen meine füße etwas... wie soll ich sagen? ...misshandelt aus... dass ich meine füße morgen wieder in diese stiefel stopfe, steht noch nicht fest. aber hier sieht es nicht aus, als gäbe es eine bushaltestelle... und selbst wenn: sollte ich nach dem ersten tag bereits aufgeben? erstmal abwarten, wie meine verfassung morgen ist.

wir wollen um 19 uhr zum essen in das restaurant gehen. pilgermenue haben wir keins reserveriert. irgendwas essbares werden wir aber wohl auch so bekommen...

21:30 Uhr

selbst die überquerung der straße war für mich ein abenteuer. ich laufe, wie auf rohen eiern. selbst die tatsache, dass ich flip flops anhatte, änderte nichts an der tatsache, dass meine füße noch immer höllisch schmerzten.

in dem restaurant aßen die pilger, die das menue bestellt hatten, in einem gesonderten raum. wir nahmen in der kneipe davor platz, sahen mit den einheimischen etwas fußball und aßen. ich hatte spaghetti, die eigentlich ganz ok waren...

nach dem essen tranken wir noch etwas wein mit klaus, einem pilger, den wir dort kennengelernt hatten. wir verbrachten einen sehr schönen abend... hoffentlich waren die paar gläser wein nicht zuviel, so dass wir morgen einen dicken kopf haben werden...

nun sind wir zurück in der herberg und liegen im bett. ich habe gerade meine blasen verarztet. ich hoffe, meine füße erholen sich heute nacht etwas. gleich um 22 uhr wird das licht ausgehen. bettruhe! auch, wenn ich mich nicht erinnern kann, in den letzten jahren auch nur einmal um 22 uhr schlafen gegangen zu sein: heute ist es mir recht - ich werde schlafen wie ein baby. außerdem geht morgen früh um 6 uhr das licht an und die pilgerschaft schiebt sich in richtung zubiri - dem morgigen etappenziel...

dass dieser tag heute die lehrreichste, wertvollste und eindrücklichste erfahrung meines lebens war, begreife ich erst später...

2.6.07 00:59
 


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