Startseite
  Archiv
  Tips
  Gefühle
  Gedanken und Erkenntnisse
  Bilder
  Der Jakobsweg
  Gästebuch
  Kontakt

   Mein Space

http://myblog.de/silkespilgerreise

Gratis bloggen bei
myblog.de





14. 05. 2007 - Teil 3

14:30 Uhr

das loslaufen an der bar vor eineinhalb stunden war die reinste qual... während des laufens, wenn die füße so unendlich schmerzen und jeder schritt eine überwindung ist, wünscht man sich nichts sehnlicher als eine pause, um die füße für eine kurze zeit zu entlasten. wenn man sich dann jedoch wieder auf den weg macht, erleidet man ca. die ersten 1 bis 2 km schmerzen, die die vor der pause um das doppelte übertreffen. ein paar minuten humple ich dann jedes mal, als hätte ich zwei holzbeine. ein glück, kann ich mich nicht von außen betrachten...

kurz nach der bar mussten wir eine straße überqueren, um dann auf einen mehrere hundert meter langen aufstieg auf einer geröllpiste zu bewältigen. ich war wieder kurz vor dem aufgeben. aber es hilft nichts, mein ehrgeiz hat mich gepackt. und immer wieder denke ich an gestern... ich habe es gestern geschafft, also schaffe ich das heute auch... der einzige unterschied ist, dass meine füße gestern erst geschunden wurden und sie es heute bereits sind...

maike und ich laufen heute zusammen, weswegen ich mich zusammenreiße. hemmungslos weinen - das kann ich nur, wenn ich alleine bin.  das ist wie bei traurigen filmen. ich weine nur, wenn ich diese alleine ansehe... das scheint eine art "schutzbarriere" zu sein... blos nicht schwach zeigen... aber ums jammern und schimpfen komme ich nicht herum. es scheint mir zu helfen, mich mit der situation intensiv auseinander zu setzen, meinen grenzen schonungslos ins auge zu schauen und daraufhin meine kräfte zu mobilisieren. maike scheint dies nicht zu verstehen... vielleicht ist sie aber auch noch nicht so an ihren grenzen angekommen... ihr tun auch nicht die füße weh - jedenfalls nicht in dem maße, wie ich sie gerade erleiden muss...

zu meiner verteidigung muss ich allerdings anmerken, dass ich zum einen seit 3 monaten eine bronchitis mit mir herum schleppe und außerdem mein rucksack um 1,5 kilogramm schwerer ist. und wenn man das gewicht bei mir auf 1,60 meter rechnet, macht das schon etwas aus... egal, ich muss da jetzt durch...

gerade eben fing wohl der schwierige abstieg an, der im reiseführer beschrieben wird. dieser soll es wirklich in sich haben. und wir mussten vor etwa einer halben stunde durch eine art schlucht, deren steiniger weg mit schlamm durchzogen ist. wir kamen nur relativ langsam voran, weil es ziemlich gefährlich ist. ein falscher schritt auf einen falschen stein und man bricht sich womöglich sämtliche knochen...

dort sind wir auch einigen bekannten gesichtern begegnet. susan war mit einigen unterwegs, die wir bereits kennen... vom sehen... namen kennen wir noch keine... aber wir werden ja alle in zubiri wieder sehen...

nach diesem abstieg kam ein gemütlicher, schöner waldweg, an dessen ende wir jetzt wieder eine kurze pause eingelegt haben... es hat wieder etwas angefangen zu regnen und wir sitzen hier auf einem umgestürzten baum und essen ein paar nüsse... ein blick nach links verrät uns, dass es noch 6,5 km nach zubiri sind. die wegweiser haben es drauf, mich zu demotivieren. und der schwierigste teil des abstiegs kommt noch. mein knie fängt schon an zu schmerzen, wenn das hirn ihm dies vermittelt. na prima, dann mal los...

14.6.07 11:29
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung